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Reisebericht Irland 2008

Irische Flagge

Vom 23.05. - 05.06.08 haben wir eine Rundreise durch Irland gemacht. Dies ist unser Reisebericht.

Einer der tausend Seen in der Gegend von Clifden

 

Allgemeines zu Irland und zu unserer Reise

Das Land
Das Wetter
Reisebüro und -organisation
Essen & Ausgehen
Die Fluggesellschaft
Die Autovermietung
Sicherheit
Der Reiseführer
Die Notizen

Das Land

Was soll man groß über Irland sagen?

Es handelt sich um eine “große Insel”, deren größte Nord-Süd-Ausdehnung 468 km beträgt, während sie an der breitesten Stelle 275 km misst. Irland ist zweigeteilt: ein kleiner Teil im Norden gehört zu Großbritannien (auch als Nordirland bezeichnet), während der Rest als 'Republik Irland' firmiert. Verwaltungstechnisch gliedert sich Irland in vier Provinzen (die allerdings im alltäglichen wie im politischen Leben kaum noch eine Rolle spielen) sowie 26 Grafschaften (Counties), die etwa den deutschen Landkreisen entsprechen. Nur sechs dieser Counties gehören zu Nordirland. Der Grenzverkehr zwischen den beiden Landesteilen ist jedoch problemlos, Grenzkontrollen gibt es nicht.

In der von uns bereisten Republik Irland leben ca. 4,3 Mio. Menschen. Mit einer Bevölkerungsdichte von 60 Einwohnern / km² gehört Irland zu den am dünnsten besiedelten Ländern der EU.

Die Landessprache ist Irisch (Gälisch) und Englisch. Obwohl es nur eine wenige verstreute Regionen gibt, in denen ausschließlich Irisch gesprochen wird (Gaeltachts), werden alle Ortsbezeichnungen auf Straßenschildern oder auch an Bahnhöfen und Zügen zweisprachig ausgeführt.

Das EU-Mitglied Irland hat - anders als Großbritannien - den Euro und das metrische System eingeführt. Wie die Briten hängen sie jedoch am Linksverkehr sowie dem dort üblichen dreipoligen Steckdosen-System.

Wer alles ganz genau wissen will, kann sich bei Wikipedia schlau machen.

Das Wetter

Das Wetter in Irland ist legendär... schlecht. Dabei waren wir noch echt “lucky”: Bis auf die beiden letzten Tage wurden wir durch Regen oder sonstige Wetterkapriolen von nichts abgehalten - wir unkten oft, wir würden quasi vor dem schlechten Wetter herfahren. Anfänglich lagen die Temperaturen so zwischen 15 und 18 Grad, später an der Westküste steigerte sich das gar auf für dortige Verhältnisse sensationelle 24 Grad. Die meiste Zeit wehte ein kräftiger Wind. Am Ende holte uns das schlechte Wetter jedoch leider ein: die letzten beiden Tage waren komplett verregnet.

Reisebüro und -organisation

Wir haben unsere Reise auf der Webseite www.gruene-insel.de gebucht. Im dortigen Impressum zeichnet ein Webdesigner aus Ludwigshafen für den Gesamtauftritt verantwortlich, der die Rubriken “Urlaub”, “Shop”, “Informationen” und “Forum” anbietet - natürlich alles auf Irland bezogen. Wer dort eine Reise bucht, erhält hingegen bald Post vom Reisebüro Marina Tours aus Leimen, das von einem gewissen Sean Buckley (offenbar einem Iren) betrieben wird. Bucht man hingegen einen Mietwagen, gerät man an... siehe weiter unten.

Wir haben uns für die 13-tägige “Große Irland Rundreise” mit dem Auto entschieden. Diese schlug mit knapp 1.000 EUR pro Person zu Buche - natürlich ohne Flug und Mietwagen. Dieser Preis ging aber angesichts der (überwiegenden) Qualität der Unterkünfte absolut in Ordnung. Über die geschäftliche Abwicklung gab es ebenfalls nichts zu meckern.

Essen & Ausgehen

Wer an  Ausgehen in Irland denkt, dem kommen sicher als erstes die berühmt-berüchtigen Pubs in den Sinn, in denen große Gläser mit dunkelbraunem Bier in rauhen Mengen konsumiert werden, während live auf Fiedel, Trommel und Blechflöte musiziert wird. Ganz ehrlich - da ist was dran ;-) Selbst in den kleinsten Orten findet sich mindestens einen Pub, in dem Abend für Abend die Post abgeht.

Inzwischen kann man in Irland auch relativ “gefahrlos” essen gehen - wenn man genug Geld mitbringt (Hauptgerichte liegen bei 15-25 EUR, für Fisch kann man noch einmal gut 10 EUR drauflegen). Die Auswahl ist zumindest in den größeren Orten mit der in Deutschland vergleichbar (auch wenn beim Asiaten nicht selten gähnende Leere herrscht). In fast allen Pubs gibt es - zuweilen überraschend gutes - Essen (“Pub Food”), das meist aus ein paar traditionellen Gerichten (Irish Stew) und ansonsten großen Fleischportionen in Begleitung von Frittiertem besteht (der Klassiker ist hier das 10 oz. Sirloin Steak (ca. 300 g schweres Rumpsteak), das meist mit 20-25 EUR zu Buche schlägt). Der Ire ist halt ein “Fleischfresser” - und da wird auch nicht gekleckert.

Das klassische irische Frühstück besteht im Übrigen aus gebratenem Schinken, Würstchen, 2 Eiern (zubereitet nach Wahl), einer Tomate und Black and White Pudding. Wer bei letztgenanntem eine Süßspeise erwartet, liegt jedoch voll daneben: hier handelt es sich um etwas Vergleichbares, was man im Münsterland als Leber- und Wurstebrot, anderswo als Panhas oder Grützwurst kennt - hier eine Wurst aus u.a. Schweinefleisch, - blut (nur Black Pudding), Brot und Haferflocken. Auf dem Frühstücksteller bekommt man je eine fingerdicke Scheibe davon (Durchmesser ca. 5 cm).

Die Fluggesellschaft

Bei der Suche nach einem günstigen Anbieter, der uns von Düsseldorf nach Dublin fliegt, sind wir bei Aer Lingus hängengeblieben. Aer Lingus ist für Irland, was die Lufthansa für Deutschland ist, hat sich jedoch mit ihrem Geschäftsgebaren ein gutes Stück an den größten irischen wie auch internationalen Konkurrenten Ryanair (die Mutter aller Billigflieger!) angenähert. Hin- und Rückflug haben uns unter dem Strich nur etwa 250 EUR gekostet. Zwar nutzt Aer Lingus anders als Ryanair ganz normale Flughäfen (und nicht etwa abgetakelte Militärflughäfen auf dem platten Land), verlangt allerdings pro Gepäckstück und Flug eine Zusatzgebühr (9 EUR bei Vorabbuchung, 12 EUR am Flughafen), serviert an Bord Essen und Trinken nur gegen Bares, kassiert bei Überschreitung des Freigepäcks gnadenlos nach und ermöglicht die Buchung von Exit Seats (Sitzen am Notausgang mit mehr Beinfreiheit) für 15 EUR, ohne dass hierfür eine Sitzplatzgarantie gegeben wird.

Unter dem Strich gab es aber nichts zu meckern. Wir fühlten uns sicher befördert, hatten mit dem Gewicht unserer Koffer keine Probleme und konnten auf den knapp 90 Minuten langen Flügen auf Essen und Trinken gut verzichten.

Die Autovermietung

Wer auf gruene-Insel.de ein Auto mietet, schließt über die Agentur einen Vertrag mit Dan Dooley’s Autovermietung. Darüber liest man im Internet viel Gutes, was wir aber leider nicht bestätigen können. Zwar ist dieser Anbieter etwas günstiger als die altbekannten Branchengrößen wie Hertz, Avis, Budget usw. Allerdings gilt auch hier: was wenig kostet, taugt oft auch wenig. Mag ja sein, das alles toll ist, wenn man sein (halbwegs neues!) Auto bekommt, es die gesamte Mietzeit über ohne Probleme fährt und dann wieder abgibt - aber wehe, das ist mal nicht so....

Nachtrag: Aufgrund meiner schlechten Bewertung schrieb mich ein Vertreter von gruene-Insel.de/Mietwagen-Irland.de per Mail an und kündigte an, er werde die Autovermietung kontaktieren, um zu erreichen, dass wir den Differenzbetrag für die Nutzung eines Fahrzeuges einer preiswerteren Gruppe an den letzten vier Tagen des Urlaubs erstattet bekommen. Wenige Tage später meldete er sich erneut und teilte mit, dass er erreicht hätte, dass man uns 20 EUR erstatten würde. Mehr hätte er angesichts der geringen Preisunterschiede zwischen den beiden Gruppen nicht herausholen können. Dafür auch an dieser Stelle noch einmal vielen Dank!

Sicherheit

Aufgeschreckt bin ich, als ich den Kommentar eines irisch(stämmig)en Regisseurs hörte, wonach New York inzwischen ein vergleichsweise sicheres Pflaster sei, während man in Dublin heutzutage durchaus in eine Schießerei geraten könnte.

Huch!!??!!

Daraufhin habe ich viel gegoogelt und gelesen, ohne einen Beleg dafür zu finden, dass sich in Dublin (oder anderswo in Irland) täglich Verbrecherbanden gegenseitig die Rübe wegballern. Allerdings wird auch im Reiseführer darauf hingewiesen, dass es in Dublin Bereiche gibt, die besonders stark von Drogenabhängigen und der von diesen ausgehenden Beschaffungskriminalität gesegnet sind. Von Limerick hingegen wird ausdrücklich als ”heißes Pflaster” gesprochen, in dem es eine “Gang-Kultur” gäbe, die im Zusammenhang mit Drogenkriminalität stünde. Für einen Abstecher in diese nette Stadt hatten wir aber eh keine Zeit.

Ganz allgemein würden gern Autos aufgebrochen, weshalb man dort keine Wertgegenstände aufbewahren sollte. Auch den Tipp mit dem demonstrativ geöffneten Handschuhfach habe ich irgendwo gelesen. Ansonsten solle man halt “die übliche Vorsicht walten” lassen. Naja, wenn’s mehr nicht ist....

Der Reiseführer

Nach den guten Erfahrungen mit dem Lonely Planet City-Reiseführer Wien haben wir auch für Irland wieder zu einem Produkt aus diesem Verlag gegriffen (Lonely Planet Irland - Deutsche Ausgabe, 810 S., 24,95 EUR). Wie schon der Wien-Reiseführer besticht auch das Irland-Pendant durch seine moderne Aufmachung und flotte Schreibweise, ohne dass der Informationsbedarf zu kurz kommt. Zwar erwiesen sich einige Restaurant-Tipps als veraltet (entweder war das angepriesene Lokal geschlossen oder hatte bereits einen neuen Namen oder eine besonders hervorgehobene Spezialität stand schon nicht mehr auf der Karte), das liegt aber wohl daran, dass das Buch auf dem Stand von 2005 ist (es handelt sich zwar um die “1. dt. Auflage Mai 2006”; diese wurde aber aus dem englischen Original übersetzt und im Text finden sich öfter Hinweise auf den Stand 2005). Auch die Eintrittspreise haben sich inzwischen vielerorts erhöht.

Wir haben jedenfalls in dem umfangreichen Werk alle Informationen gefunden, die wir brauchten. Lediglich bessere Karten hätten wir uns gewünscht - diese sind oft schon auf Grund ihrer geringen Größe wenig brauchbar. Naja, zum Herumtragen und Orientieren in einer Stadt ist der Reiseführer eh zu unhandlich.

Die Notizen

Anders als bei früheren Reiseberichten kann ich mich bei diesem auf umfangreiche Notizen stützen, die ich unterwegs fleißig angefertigt habe. Mein 192 Seiten starkes kleines Moleskine-Notizbuch ist dabei fast voll geworden! Es hat mich allerdings auch täglich sicher eine Stunde gekostet, die ich immer von meinem Schönheitsschlaf abzweigen musste ;-)