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Reisebericht Schottland 2012

Schottische Flagge

Vom 13. - 28.07.12 haben wir eine Rundreise durch Schottland unternommen. Dies ist unser Reisebericht.

Einer der tausend Seen in der Gegend von Clifden

 

Allgemeines zu Irland und zu unserer Reise

Das Land
Das Wetter
Reisebüro und -organisation
Essen & Ausgehen
Die Fluggesellschaft
Die Autovermietung
Der Reiseführer
Die Notizen

Das Land

Schottland gehört zum Vereinigten Königreich (United Kingdom) Großbritannien und Nordirland. Es umfaßt im Wesentlichen den Nordteil der Insel Großbritannien sowie mehrere Inselgruppen (Hebriden, Orkney- und Shetland-Inseln). Die drei geografischen Regionen des Festlands sind (von Nord nach Süd) die Highlands, die Central Lowlands sowie die Southern Uplands.

In Schottland leben ca. 5,2 Mio. Menschen. Mit einer Bevölkerungsdichte von 64 Einwohnern / km² gehört das Land damit zu den am dünnsten besiedelten Ländern der EU. Die meisten Menschen leben im Central Belt zwischen Edinburgh und Glasgow. Hauptstadt ist Edinburgh (sprich: Eddinb(u)ra - mit englisch ausgesprochenem oder schottisch gerollten  “r”) mit knapp 500.000 Einwohnern,  die größte Stadt jedoch ist Glasgow (knapp 600.000).

Die Landessprachen sind Englisch, Lowland Scots (ein auch Lallans genannter schottisch-englischer Dialekt) und Schottisch-Gälisch (englisch: Gaelic). Fast alle Schotten sprechen Standard-Englisch, zusätzlich beherrschen etwa 30% Scots. Nur 1% geben als Muttersprache Schottlisch-Gälisch an. Je weiter man nach Norden kommt, desto häufiger stehen auf den Hinweisschildern an den Straßen auch die gälischen Ortsnamen.

Das EU-Mitglied Großbritannien hat nach wie vor eine eigene Währung (britisches Pfund - GBP) und gibt Entfernungen im Straßenverkehr in Meilen (1 mi = 1,609 km) oder Yards (1 yd = 0,9144 m) an. Es wird links gefahren.

Wer alles ganz genau wissen will, kann sich z.B. bei Wikipedia schlau machen.

Das Wetter

If you come to Scotland, you don’t come for the weather” - da ist was dran. Wärmer als 18 Grad wird es eher selten und wenn, dann im äußersten Süden. Es vergeht im Prinzip kein Tag ohne Regen, der auch schon mal hartnäckig den ganzen Tag über anhält. Meist reicht es jedoch aus, sich für eine kurze Zeit vor einem Schauer in Sicherheit zu bringen, danach scheint nicht selten schnell wieder die Sonne. Besonderes Pech hatten wir auf Skye: Von der Landschaft der schönsten Hebrideninsel haben wir dank z.T. kräftigem Dauerregen, Sturm und in Nebelschwaden gehüllte Berge nicht viel gesehen.

Reisebüro und -organisation

Wir haben unsere Reise über Umfulana gebucht. Dieser Veranstalter bietet “Rundreisen weltweit mit besonderen Unterkünften” - was man durchaus wörtlich nehmen darf. Zwar ist es billiger, die Unterkünfte (wenn man denn selbst so schöne findet) und den Mietwagen selbst zu buchen, aber Umfulana kümmert sich rührend um alles, schickt eine schöne Ledermappe mit der Reisebeschreibung und allen erforderlichen Unterlagen und legt auch noch einen Reiseführer von Dumont im Wert von 22,95 EUR bei. Umfulana-Reisende gelten bei den Anbietern von Unterkünften zu einer “besonderen Sorte Mäuse”, die sich durchaus etwas gönnen (Beispiel: In einem B&B stand eine Nespresso-Maschine zur allgemeinen Verfügung - als die Gastgeberin mir diese erklären wollte und ich darauf entgegnete, ich hätte selber eine, antwortete sie nur sinngemäß: ”Stimmt, Sie reisen ja mit Umfulana - die haben alle so eine.”)

Ach so, ja: Wir haben uns für die 16-tägige Auto-Rundreise “Schottlands äußerster Norden” entschieden - falls da jemand mal Spass dran hätte....

Essen & Ausgehen

Eine Gelegenheit, essen zu gehen, findet sich in Schottland meist auch im kleinsten Ort. Meist ist es dann jedoch ein Hotel (das gerne mal nur 3 Zimmer hat), oder ein kleiner Pub, der die “schottlische Standardkarte” anbietet. In größereren Orten gibt es auch schon mal einen Italiener oder Inder, in großen Städten (z.B. Edinburgh) findet man alles, was das Herz begehrt.Die Preise sind oft erstaunlich moderat und liegen für einfache Gerichte um die 10 Pfund (zurzeit etwa 13 EUR). Teurer ist natürlich die gehobene Küche und Edel-Meeresfrüchte. Steaks werden anders als bei uns relativ dünn geschnitten serviert (ca. 1 cm).

Die “schottische Standardkarte” beinhaltet meist eine Variante von Fish & Chips (Fisch im Bierteig frittiert mit Pommes), eine Steak Pie (eine Art Gulasch, oft unter Zusatz von Bier, manchmal in einer Auflaufform, manchmal auch ganz normal auf einem Teller, immer jedoch mit einer Blätterteighaube), ein Curry (da schlägt die ehemalige Kolonie durch), ein bisschen was mit Hühnchen, ein Steak, einen Burger und vleilleicht noch eine Lasagne. Besonders in einfachen Lokalen werden aber zu auch wirklich allem zusätzlich Chips gereicht - selbst zur Lasagne... Standard-Vorspeise ist im Übrigen die Soup Of The Day (Tagessuppe), meist eine pürierte Gemüsesuppe mit Erbsen oder Linsen sowie Möhren. A propos Erbsen und Möhren: Die Standard-Gemüsebeilage darf auch bei kaum einem Tellergericht fehlen, Salat gibt’s eher selten. Die Qualität bei schottischer Standardküche schwankt stark.

Das klassische schottische Frühstück besteht im Übrigen aus gebratenem Schinken, Würstchen, Eiern (zubereitet nach Wahl), einer Tomate, Pilzen, gebackenen Bohnen und gelegentlich auch noch Black Pudding. Letztgenanntes ist keine Süßspeise, sondern eine Wurst aus u.a. Schweinefleisch, - blut, Brot und Haferflocken. Bessere Unterkünfte haben auch weitere Gerichte im Angebot - meist Speisen mit salmon (Lachs), haddock (Schellfisch) oder kipper (Räucherfisch, meist Bückling oder Hering). Müsli, frisches Obst, Toast und Marmelade gibt es ebenfalls immer.

Die Fluggesellschaft

Der einzige Anbieter, der im Umkreis von 200 km von unserem Wohnort tägliche Direktflüge nach Edinburgh anbietet, ist Germanwings, der hier vom Flughafen Köln/Bonn aus operiert. Die Gesellschaft gehört zwar zur Gruppe der Billigflieger, ist dabei allerdings noch vergleichsweise human. Man kann einen Flug schon ab 39,99 EUR bekommen, muss sich dann allerdings weit im Voraus entscheiden. Außerdem ist dann auf jeden Fall kein Gepäck inklusive (Aufpreis 10 EUR für seinerzeit max. 20 kg, inzwischen sogar 23 kg) und Bordverpflegung schon gar nicht. Hin- und Rückflug haben uns inklusive Gepäck, Wunschplatz mit etwas größerem Sitzabstand und einem Snack knapp 500 EUR gekostet.

Unter dem Strich gab es aber nichts zu meckern. Wir fühlten uns sicher befördert und hatten mit dem Gewicht unserer Koffer keine Probleme. Auf das gammelige Brötchen während der knapp 90 Minuten langen Flüge kann man jedoch gut verzichten.

Die Autovermietung

Umfulana bucht seine Mietwagen bei Avis und das geht auch in Ordnung - die haben neue Fahrzeuge, eine große Auswahl und liegen im preislichen Mittelfeld. Von lokalen Billigheimern rate ich ab, da kann man schnell mal Pech haben (s. Irland-Reisebericht). Ein kleiner Parkunfall - ein anderes Auto hat uns eine kleine Delle reingefahren - war dank Vollkaskoversicherung und/oder der Bereitschaft des Verursachers, sich um die Schadensregulierung zu kümmern, überhaupt kein Problem.

Der Reiseführer

Nach den guten Erfahrungen im letzten Jahr mit der Kombi aus Müller-Reiseführer (für das intensive Nachlesen) und Vis-à-Vis-Reiseführer (mit vielen Fotos und Grafiken zum “Immer-Dabeihaben”) haben wir auch für Schottland blind zu den entsprechenden Büchern gegriffen. Außerdem gab es vom Reiseveranstalter ja noch das Dumont-Reisehandbuch. Da jedoch aus Gewichtsgründen alle drei nicht in Frage kamen, musste der Dumont schließlich zuhause bleiben.

Am Müller gab es kaum etwas zu kritisieren (die nutzloseste Information bestand in dem Hinweis, dass bei einem zu erwandernden Wasserfall kein Handy-Empfang bestünde - das kommt auf dem Land alle naselang vor). Der Vis-à-Vis war auf dem platten Land überhaupt nicht zu gebrauchen und ist daher auch der letzten Unterkunft gespendet worden.

Die Notizen

Auch bei diesem Reisebericht kann ich mich wieder auf umfangreiche Notizen stützen, die ich unterwegs fleißig angefertigt habe. In Irland tat ich dies noch als letzte Aktivität vor dem Schlafengehen, in Schottland fand ich dazu jedoch meist entweder keine geeignete Stelle, die ausreichend beleuchtbar war oder ich war so müde, dass ich darüber einnickte. Also ging ich rasch dazu über, das Ganze nach dem Frühstück zu erledigen.